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Fuck the Internet!

Das Internet ist schlecht. Wir haben es dank Ursula von der Leyen und Wolfgang Schäuble einsehen müssen. Kinderpornographie, Terrorismus und was sonst noch stilistisch als Argument herhalten musste, gab es zwar bereits lange vor dem World Wide Web, aber uns muss klar werden – oder wenn das nicht auf Anhieb gelingt – klar gemacht werden, dass das Internet als neues Feindbild der Politik in blinden Aktionismus dem Erdboden gleich gemacht wird. Was ich in den letzten beiden Tagen im Internet lesen musste, hat mich nachdenklich gestimmt. Systematisch wird dem Internet durch gewievte Politiker der Riegel vorgeschoben.  Wir Blogger müssen, insofern das Gesetz noch in diesem Jahr verabschiedet wird, ab 2011 für jeden Content, den wir produzieren eine Altersbeschränkung bzw. – freigabe erstellen. Wie Ihr den drei verlinkten und darüber hinaus verlinkten Seiten entnehmen könnt, hat sich bereits statistsich ergeben, dass dies in 80 Prozent der Fälle zum Scheitern verurteilt ist und die Einschätzung der Altersfreigabe falsch war. So wie ich das verstanden habe, muss ein Blogger also bei jedem Eintrag den er postet entscheiden, ab welchem Alter er gelesen werden darf.

Nun beschränke ich mich mehr oder weniger in diesem Weblog auf das Thema Musik. In der Regel würde ich denken: das kann sogar ein dreijähriger, insofern er des Leses mächtig ist, konsumieren. Allerdings muss ich wahrscheinlich noch weiter denken und mich fragen: enthält die Musik die ich verlinke oder die Videos die ich zeige, jugendgefährdenden Inhalt? Könnte es sein, dass eine allzu hohe Frequenz von melancholischer Musik einen Jugendlichen in den Selbstmord treibt?

Ich finde es eine Unverschämtheit, was Betreibern von Internetseiten auferlegt wird. Entweder ich versuche die Altersfreigabe fach-, sachgerecht und gesetzeskonform umzusetzen – was wahrscheinlich einer piniblen Prüfung durch “Fachleute” nicht Stand halten würde – und risikiere damit eine Abmahnung (die übrigens bis zu 500.000 Euro betragen kann) oder entscheide mich für die generelle ab 18 Variante. Diese bringt allerdings folgendes Dilemma mit sich: es muss eine Altersabfrage in die Webseite eingebaut werden, mit der zweifelsfrei geklärt werden soll, ob der Nutzer wirklich volljährig ist. Wie dies erfolgen soll, hat die Legislative dann konkret offengelassen. Darüber hinaus – und jetzt kommt es – soll ein Jugendschutzbeauftragter im Impressum genannt werden. Super Idee, da bekommen die beim Jugendamt von mir demnächst eine schriftliche Anfrage, ob ich mir mal hin und wieder einen ihrer Kollegen ausleihen darf. (Es gibt auch noch die absolut hinrissige Idee, den Weblog zwischen 6-22 Uhr vom Netz zu nehmen. Heureka!)

Grundsätzlich scheint das Gesetzesvorhaben relativ unausgereift, was aber offensichtlich keine der bestimmenden Fraktionen davon abhält, es zu verwerfen und verdammt noch mal auch für den letzten Privatmann praktikabel umsetzbar zu gestalten und zwar ohne eine werbefreie Plattform in horrende Unkosten zu stürzen.

Jugendschutz ist gut und wichtig, aber vielleicht sollte man über realistischere Wege diskutieren und nachdenken, anstatt die kleinen Leute aus dem Internet zu verdrängen und zum Aufgeben zu zwingen.

Ich bin sehr gespannt was auch dieser Angelegenheit tatsächlich wird.

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