Archive for Dezember, 2010

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Ode an die Weihnacht – oder so!

Die letzten 10 bis 12 Tage vor Weihnachten sind immer stressig. Das liegt aber nicht etwa daran, dass ich zu den Menschen gehöre, die erst in der letzten Sekunde Geschenke kaufen gehen und sich dann beschweren, dass sie sich auf der Resterampe prostituieren müssen, um noch einen der heiß begehrten Artikel zu ergattern. Nein, ich habe Stress, weil noch so viele Dinge erledigt werden müssen, die sich aus der Natur der Sache heraus nicht früher erledigen lassen und weil meine Großeltern mütterlicherseits zu Karneval nicht sehr viel mehr als feiern und Befruchtungsrituale im Kopf hatten. So feiern meine Mutter und ihre beiden Brüder am 14., 15. und 22. Dezember ihre Geburtstage (die beiden Schwestern im November und Januar – Karneval ist ja auch nicht immer zur gleichen Zeit!).

So hetze ich von einem Geburtstag zum anderen und bin der erweiterten Familie an Weihnachten schon so überdrüssig, dass ich bereits im Vorhinein an einer Reizüberflutung leide.

Bis zum 23. Dezember will spätestens ein Weihnachtsbaum gekauft sein, damit dieser noch mit Lämpchen und allerlei Verzierungen versehen werden kann. Und da ich bei der Tanne ungern einen Kompromiss eingehe und nicht bereit bin als Auffangstation für Not leidende Tannen zu fungieren, ziehe ich etwa 8-10 Tage vor dem Heiligen Abend zur großen Tannenschlacht in den nahe gelegenen OBI-Baumarkt meines Vertrauens ((Aus einer Reihe jahrelanger Erfahrungen heraus kann ich behaupten, dass der OBI-Baumarkt meines Vertrauens im Tannen-Segment wirklich das beste Preis-Leistungsverhältnis zu bieten hat.)). Die Tannenkäufer dort sind meistens sehr genügsam. Während ich im Schnitt etwa 1,5 bis 2 Stunden damit zubringe jede Tanne einzeln zu begutachten und alle feinsäuberlich angebrachten Netze zu entfernen, um der Tanne den notwendigen Freiraum für die Entfaltung ihrer Schönheit zu gönnen (was übrigens bei dem Verkäufer auf wenig Gegenliebe stößt), greift der überwiegende Teil von Käufern einfach einen Stamm mit Nadeln, überprüft den Preis, lässt sich das von mir entfernte Netz erneuern, bezahlt und verschwindet. Klingt einfach, ist es aber in Wahrheit nicht. Eine Tanne ist nicht zwangsläufig auch eine geeignete Weihnachtstanne. Da muss jeder Zweig sitzen, jede Nadel ergrünen, die Spitze ohne lästige Klone auskommen und der Stamm eine in Perfektion seines Gleichen suchende Ergonomie aufweisen. Read more…

Musik 2010

Die letzten Tage des fast vergangenen Kalenderjahres sind angezählt und so liest man hier und dort von Jahresrückblicken, wird mit den visuellen Impressionen der vergangenen Monate bombadiert und in den Blogs häufen sich die TOP- und FLOP-Listen.
Ich kann mich diesem magischen Ereignis natürlich auch nicht entziehen, weswegen ich mich gerne an die Arbeit machen möchte und die für mich besten Sachen des Jahres 2010 ausgesucht habe.

Alben aus der Lameng (Empfinden)

1. Agnes Obel – Philharmonic
2. Norman Palm – Shore to Shore
3. Wir sind Helden – Bring mich nach Hause
4. S. Carey – All we grow
5. Philipp Poisel – Bis nach Toulouse
6. Broadcast 2000 – Broadcast 2000
7. The Avett Brothers – I and love and you
8. Philip Selway – Familial
9. Take That – Progress
10. Kanye West – My beautiful …

Alben nach last.fm-Profil

1. Agnes Obel – Philharmonics
2. Norman Palm – Shore to Shore
3. Broadcast 2000 – Broadcast 2000
3. VV Brown – Travelling the light
5. The Avett Brothers – I and love and you
6. Wir sind Helden – Bring mich nach Hause
7. Josh Ritter – So runs the world away
8. The Avett Brothers – The second Gleam
9. Das gezeichnete Ich – Das gezeichnete Ich
9. Mumford & Sons – Sigh no more

Gut, bei last.fm wertet er die angespielten Songs eines Album aus. Da ich grundsätzlich dazu neige, manche Lieder bis zum Erbrechen oft hintereinander zu hören, kann es durchaus zu Verzerrungen führen. So landet Philipp Poisel nicht in meiner Top 10, obwohl er da definitiv hingehört. Weiterer Grund, dass er nicht in den TOP 10 ist – es wurde ein und das gleiche Album durch verschiedene Bezeichnungen nicht zusammengezählt. Also last.fm eignet sich doch nicht so superduper für Auswertungen….

Songs des Jahres nach last.fm

Die Trefferquote sollte in diesem Fall verlässlich sein.

1. VV Brown – Shark in the water (48 Mal)
2. Wir sind Helden – Die Ballade von Wolfgang und Brigitte (39 Mal)
3. Pascal Finkenhauer – Ich blicke an Dir vorbei (37 Mal)
3. The Avett Brothers – St. Josephs (37 Mal)
5. Das gezeichnete Ich – Du, Es und Ich (34 Mal)
6. Marlon Bertzbach – I like (26 Mal)
7. Paul Kalkbrenner – Sky and sand (24 Mal)
7. Agnes Obel – Beast (24 Mal)
9. Philipp Poisel – Wie soll ein Mensch das ertragen (23 Mal)
10. The Avett Brothers – January Wedding (22 Mal)

Künstler nach last.fm

1. The Avett Brothers (156 Stücke gehört)
2. Agnes Obel (128 Stücke gehört)
3. Philipp Poisel (117 Stücke gehört)
4. Norman Palm (106 Stücke gehört)
5. VV Brown (104 Stücke gehört)
6. Broadcast 2000 (103 Stücke gehört)
7. Wir sind Helden (94 Stücke gehört)
8. Pascal Finkenhauer (55 Stücke gehört)
9. Josh Ritter (53 Stücke gehört)
10. Muse (52 Stücke gehört)

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Fuck the Internet!

Das Internet ist schlecht. Wir haben es dank Ursula von der Leyen und Wolfgang Schäuble einsehen müssen. Kinderpornographie, Terrorismus und was sonst noch stilistisch als Argument herhalten musste, gab es zwar bereits lange vor dem World Wide Web, aber uns muss klar werden – oder wenn das nicht auf Anhieb gelingt – klar gemacht werden, dass das Internet als neues Feindbild der Politik in blinden Aktionismus dem Erdboden gleich gemacht wird. Was ich in den letzten beiden Tagen im Internet lesen musste, hat mich nachdenklich gestimmt. Systematisch wird dem Internet durch gewievte Politiker der Riegel vorgeschoben.  Wir Blogger müssen, insofern das Gesetz noch in diesem Jahr verabschiedet wird, ab 2011 für jeden Content, den wir produzieren eine Altersbeschränkung bzw. – freigabe erstellen. Wie Ihr den drei verlinkten und darüber hinaus verlinkten Seiten entnehmen könnt, hat sich bereits statistsich ergeben, dass dies in 80 Prozent der Fälle zum Scheitern verurteilt ist und die Einschätzung der Altersfreigabe falsch war. So wie ich das verstanden habe, muss ein Blogger also bei jedem Eintrag den er postet entscheiden, ab welchem Alter er gelesen werden darf.

Nun beschränke ich mich mehr oder weniger in diesem Weblog auf das Thema Musik. In der Regel würde ich denken: das kann sogar ein dreijähriger, insofern er des Leses mächtig ist, konsumieren. Allerdings muss ich wahrscheinlich noch weiter denken und mich fragen: enthält die Musik die ich verlinke oder die Videos die ich zeige, jugendgefährdenden Inhalt? Könnte es sein, dass eine allzu hohe Frequenz von melancholischer Musik einen Jugendlichen in den Selbstmord treibt?

Ich finde es eine Unverschämtheit, was Betreibern von Internetseiten auferlegt wird. Entweder ich versuche die Altersfreigabe fach-, sachgerecht und gesetzeskonform umzusetzen – was wahrscheinlich einer piniblen Prüfung durch “Fachleute” nicht Stand halten würde – und risikiere damit eine Abmahnung (die übrigens bis zu 500.000 Euro betragen kann) oder entscheide mich für die generelle ab 18 Variante. Diese bringt allerdings folgendes Dilemma mit sich: es muss eine Altersabfrage in die Webseite eingebaut werden, mit der zweifelsfrei geklärt werden soll, ob der Nutzer wirklich volljährig ist. Wie dies erfolgen soll, hat die Legislative dann konkret offengelassen. Darüber hinaus – und jetzt kommt es – soll ein Jugendschutzbeauftragter im Impressum genannt werden. Super Idee, da bekommen die beim Jugendamt von mir demnächst eine schriftliche Anfrage, ob ich mir mal hin und wieder einen ihrer Kollegen ausleihen darf. (Es gibt auch noch die absolut hinrissige Idee, den Weblog zwischen 6-22 Uhr vom Netz zu nehmen. Heureka!)

Grundsätzlich scheint das Gesetzesvorhaben relativ unausgereift, was aber offensichtlich keine der bestimmenden Fraktionen davon abhält, es zu verwerfen und verdammt noch mal auch für den letzten Privatmann praktikabel umsetzbar zu gestalten und zwar ohne eine werbefreie Plattform in horrende Unkosten zu stürzen.

Jugendschutz ist gut und wichtig, aber vielleicht sollte man über realistischere Wege diskutieren und nachdenken, anstatt die kleinen Leute aus dem Internet zu verdrängen und zum Aufgeben zu zwingen.

Ich bin sehr gespannt was auch dieser Angelegenheit tatsächlich wird.