Es ist erstaunlich, dass man unter all den Platten die die Menschen produzieren, so selten echte Perlen findet. Damit meine ich nicht Platten, die man gerne hört und die man mag, sondern die ein Gefühl der Freude auslösen und deren Melodien man nicht genug konsumieren kann. Ich meine Platten für die man sich tatsächlich in einen Sessel fallen läßt und die Arbeit Arbeit sein läßt und einfach nur die Augen schließt und die Noten wie Wasser über die Haut prickeln.
Norman Palm hat bereits zum jetzigen Zeitpunkt eins oder vielleicht DAS Album meines musikalischen Jahres hingelegt. Und das, obwohl der Typ nicht mal einen wikipedia-Eintrag hat, was bekanntlich sogar jemand wie Sascha Lobo vorweisen kann. (Wobei die Priorität eines Menschen natürlich nicht über diese Tatsache definiert werden sollte…)
Nun gut, also Norman Palm lebt in Berlin und zeitweise wohl auch in Mexiko City. Diesen cosmopolitischen Charme vermitteln auch die Songs seines neuen Albums “Shore to shore”. Fantastische Melodien treffen auf eine manchmal zerbrechliche, manchmal kräftige Stimme. Sie pulsieren durch das Bewusstsein und hinterlassen kleine Spuren, die sich zum Beispiel beim Zähneputzen oder in der U-Bahn wiederfinden, wenn die Lippen die Songs anstimmen, die wie kleine Fetzen der Erinnerung entrissen werden.
Jeder Song eine kleine Geschichte, eine Perle, ein Lieblinssong für sich. Ich gebe zu, die Melodien entfalten sich erst nach dem zweiten, vielleicht dritten Mal hören. Aber dann explodiert die Scheibe in ihrer Pracht, nimmt den Hörer mit in ihrer rastlosen Art, die durch vielerlei Instrumente unterstützt wird. Da gibt es die derzeit angesagte Ukulele, einige synthetische Töne und hier und da etwas elektronische Unterstützung.
Ich wünsche mich in einen kleinen VW-Bus auf der Reise in die Schönheit. Aus meinem Kasettenrekorder würde nichts als Norman Palm zu hören sein. Und damit würde man diesem musikalischen Juwel nur annähernd gerecht werden und die Stimmung nur bruchteilhaft erfassen.
Norman Palm – Easy

In der Tat eine knuffige Melodie, aber die Dance-Beats sind mir doch zu heftig. Ist das bei den anderen Songs genauso oder nur bei Easy? Jedenfalls ist das Album bei Spotify verfügbar und ich höre mal rein!
In der englischen Wikipedia wird er übrigens mehrfach erwähnt und hat einen Edit-Eintrag
Ich finde die Dance-Beats eher dezent. Obwohl das auch in den anderen Liedern immer mal wieder kommt. Trotzdem sehe ich die starken Melodien und die Stimme von Norman Palm im Vordergrund. Allzu elektronisch Musik kann ich selbst nicht ausstehen.