Archive for August, 2010

Josh Ritter So Runs The World AwayKlein

Plattenplausch #2 / Josh Ritter – So runs the world away

Eigentlich sollte es in der Sommerzeit fröhlichere und beschwingendere Töne in die Timeline schaffen. Schaue ich aus dem Fenster würden diese Sommermelodien nicht zu der Tragödie an Wetterlage passen. Deswegen kann man die herbstliche Musik ruhig vorziehen. Dachte sich vermutlich auch Josh Ritter, der im Juni, dem ersten Sommermonat des Jahres, sein mittlerweile sechstes Album in die Massen warf. Daher sitze ich nun hier und höre neben Norman Palm und den Avett Brothers die Folkplatte “So runs the world away”.

Wohin rennt die Welt? In das “Folk Bloodbath” oder in “Another new world”?

Die Songs auf dem Album nehmen einen mit auf diese unglaubliche Reise von sanften Melodien und der zaghaften Stimme von Josh Ritter. Jedes Lied klingt zerbrechlich, wie in einer Glaskugel, die nicht zu fest geschüttelt werden darf. Märchenhaft sind auch die kleinen Geschichten, die jeder Song mit dem Minimalismus an Instrumentalisierung untermalt erzählt.
Die Genres geben sich gefällig die Klinke in die Hand. So kommen wir am Anfang mit melodischen Balladen davon, steigern uns über verzerrten Sprechgesang (Rattling Locks) hin zu den typisch amerikanischen Countryelementen (Folk Bloodbath). Trotzdem wirkt die Platte nicht wie ein wildes Sammelsurium an übrig gebliebenen Stücken, sondern fügt sich zu einem stimmigen Ganzen zusammen.

Josh Ritter – Folk Bloodbath

Interpret: Josh Ritter / Album: So runs the world away / Release: 2010 / Label: Pytheas (Cargo Records)

Norman_Palm-Shore_To_Shore-Frontalklein

Plattenplausch #1 /// Norman Palm/Shore to shore

Es ist erstaunlich, dass man unter all den Platten die die Menschen produzieren, so selten echte Perlen findet. Damit meine ich nicht Platten, die man gerne hört und die man mag, sondern die ein Gefühl der Freude auslösen und deren Melodien man nicht genug konsumieren kann. Ich meine Platten für die man sich tatsächlich in einen Sessel fallen läßt und die Arbeit Arbeit sein läßt und einfach nur die Augen schließt und die Noten wie Wasser über die Haut prickeln.

Norman Palm hat bereits zum jetzigen Zeitpunkt eins oder vielleicht DAS Album meines musikalischen Jahres hingelegt. Und das, obwohl der Typ nicht mal einen wikipedia-Eintrag hat, was bekanntlich sogar jemand wie Sascha Lobo vorweisen kann. (Wobei die Priorität eines Menschen natürlich nicht über diese Tatsache definiert werden sollte…)
Nun gut, also Norman Palm lebt in Berlin und zeitweise wohl auch in Mexiko City. Diesen cosmopolitischen Charme vermitteln auch die Songs seines neuen Albums “Shore to shore”. Fantastische Melodien treffen auf eine manchmal zerbrechliche, manchmal kräftige Stimme. Sie pulsieren durch das Bewusstsein und hinterlassen kleine Spuren, die sich zum Beispiel beim Zähneputzen oder in der U-Bahn wiederfinden, wenn die Lippen die Songs anstimmen, die wie kleine Fetzen der Erinnerung entrissen werden.

Jeder Song eine kleine Geschichte, eine Perle, ein Lieblinssong für sich. Ich gebe zu, die Melodien entfalten sich erst nach dem zweiten, vielleicht dritten Mal hören. Aber dann explodiert die Scheibe in ihrer Pracht, nimmt den Hörer mit in ihrer rastlosen Art, die durch vielerlei Instrumente unterstützt wird. Da gibt es die derzeit angesagte Ukulele, einige synthetische Töne und hier und da etwas elektronische Unterstützung.

Ich wünsche mich in einen kleinen VW-Bus auf der Reise in die Schönheit. Aus meinem Kasettenrekorder würde nichts als Norman Palm zu hören sein. Und damit würde man diesem musikalischen Juwel nur annähernd gerecht werden und die Stimmung nur bruchteilhaft erfassen.

Norman Palm – Easy

Interpret: Norman Palm / Album: Shore to Shore / Release: 2010 / Label: Universal Music International

Herzlich willkommen auf dem DanyWeb

Es war Zeit für eine Erneuerung. Es war Zeit das gewohnte auf der Strecke zu lassen, um sich wieder auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Daher wurde das alte DanyWeb auf der alten Domain zurück gelassen und archiviert dort die bisher erbrachte Arbeit. Ganz löschen konnte und wollte ich dieses Projekt nicht, da dort viel Erfahrung im Umgang mit der Webwelt versammelt ist und viele Artikel, die mir am Herzen liegen.

Aber nun geht es auf zu neuen Ufern.