Angus & Julia Stone – Von der Wandelbarkeit eines Songs

Ich bin vor ungefähr vier Monaten auf das mittlerweile schon drei Jahre alte Album “Down the Way” von Angus & Julia Stone gestoßen. Ich weiß gar nicht mehr genau wie es zu der Begegnung zwischen mir und dem wirklich tollen Song “I’m not yours” gekommen ist, aber plötzlich war die Band in meinem Musikkosmos angekommen.

Ich bin ein großer Fan von aller Art an Live-Material und auch ein begeisterter Fan von Live-Alben. Im Falle von Bands und Künstlern jenseits des Mainstreams wird man in den meisten Fällen in Hülle und Fülle fündig, weil sie immer wieder auf tollen Plattformen auftreten, die sich dank des Internets einer immensen Verbreitung erfreuen.

Live ist deswegen so gut, weil hier kein Mischpult, kein Produzent und keine Technik überlagert. Ich mag wenn der Künstler, die Instrumente und die musikalischen Arrangements im Vordergrund stehen und dem Hörer eine Geschichte mitgeben und das Kopfkino einschalten. Live zeigt sich auch, wer wirklich ein Künstler ist und wer nur ein Retortenprodukt.

Auf der Suche nach Live-Aufnahmen von Angus & Julia Stone bin ich auf sehr viel Material gestoßen.

Mir fällt immer wieder auf, dass die Bands und Künstler Live-Auftritte dazu nutzen, sich auszuprobieren oder dem Zuschauer und Zuhörer immer wieder etwas Neues zu bieten. Vielleicht auch, damit ihnen selbst nicht jeden Abend die gleiche Suppe aus den Poren trieft.

In den folgenden Beispielen zeigt sich sehr deutlich, wie Angus & Julia Stone es schaffen durch kleinste Veränderungen unterschiedliche Assoziationen mit ein und dem gleichen Song zu wecken. Ich kann nicht richtig beschreiben, was mich daran so flasht, aber wenn man identisches Rohmaterial nimmt und daraus verschiedene Ergebnisse schafft, dann hat das irgendwie so etwas … evolutionäres.

Phase 1 – Das Original (Albumversion)

Phase 2 – Live Session bei MTV Home (dabei bitte unbedingt die tlw. sinnbefreiten Einblendungen ignorieren)

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Assoziation:
Ich finde hier ergibt sich durch die Mundharmonika ein Bild von staubigem Asphalt. Würde sehr gut zu einer Cabriofahrt auf den unendlichen Weiten der amerikanischen Highways passen, während vor einem die Sonne hinter dem Horizont abtaucht und den Abendhimmel glutrot verfärbt.

Phase 3 – Live Session (Frankreich)

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Assoziation:
Diese Live-Session aus französischen Landen verströmt eine warme, ruhige Atmosphäre, so als würde man abends gemeinsam vor dem Lagerfeuer sitzen und sehnsüchtig in die Nacht singen.

Klingt, als wären meine Assoziationen zeitlich aufeinander abgestimmt. Erst die Abenddämmerung, dann die Nacht. Nun fehlt mir noch eine Version für den Morgen und ich kann jede Zeitzone des Tages mit diesem Song reflektieren.

DanyWeb Podcast # 2 (Outtake)

Im letzten Jahr hatte ich eine zweite Folge des DanyWeb Podcasts aufgenommen und diesen – aus unerfindlichen Gründen – nicht veröffentlicht. Dies möchte ich an dieser Stelle nachholen, auch wenn die Themen teilweise nicht mehr aktuell sind.

Es geht u.a. um einen Plattenplausch über The XX, Evernote und das Hörspiel “Offenbarung 23″

Statement #1

Die einfältigste Eigenschaft des Menschen ist sein Verlangen gemocht zu werden.
Hierfür vergisst er sogar hin und wieder sein Selbstwertgefühl und verkauft sich unter Wert.

Dany im März 2013

Mixed Pickles #1

Die kunterbunte Mischung der diesmaligen Mixed Pickles folgt keiner musikalischen Richtschnur, sondern präsentiert sich genau so: kunterbunt, gemixt und durcheinander. Mit dabei sind James Blake, Pond, Imagine Dragons, Hurts und noch ein paar andere Freigeister.

Everything Everything – Duet

James Blake – Retrograde

Phoenix – Entertainment

Pond – Giant Tortoise

Starfucker – Leave it all behind

Imagine Dragons – Radioactive

Hurts – Miracle

Plattenplausch #1 // Birdy – Birdy

Birdyalbum

Ich gebe zu: es war nicht Liebe auf den ersten Blick. Viel mehr verspürte ich einen gewissen Würgereiz als ich Birdy das erste Mal locker auf 1Live Bon Ivers “Skinny Love” trällern hörte. Dabei war weniger die musikalische Qualität ausschlaggebend, sondern vielmehr die Tatsache, dass Bon Iver gerade ein paar Grammys abgeräumt hatten, auf dem Äther deutscher Radiounterhaltung aber allenfalls im Nachtprogramm eine Rolle spielen durften, während diese pubertierende Göre die große Bühne zur Verfügung gestellt bekam. Das ärgerte mich.
Fortan hatte Birdy einen schweren Stand. Ich neigte sogar dazu, den Radiosender zu wechseln, wenn sie loslegte.
Warum ich mich irgendwann entschieden habe ihr doch eine Chance zu geben, weiß ich gar nicht mehr. Ich habe mir einfach irgendwann auf Simfy ihr Album als Playlist angelegt und reingehört.
Und dann, ganz plötzlich, überrollte es mich wie die großen Dinge, die immer dann auf mich stoßen, wenn ich grad gar nicht mit ihnen rechne. Ein Ton, eine Melodie, eine Sekunde, ein Moment und alles war anders.

Als ich so 15, 16 Jahre alt war, ließ ich Die Toten Hosen, WIZO und Die Ärzte auf meinem Trommelfell wüten, schloß die Schule ab, hatte meinen ersten eine-Rose-sagt-mehr-als-tausend-Worte-Freund, besoff mich das erste Mal sinnlos und fuhr mit meinen damaligen besten Freunden allein in den Urlaub. Das entspricht vermutlich dem altersentsprechenden Abriss eines Otto-Normal-Teenagers.

Vielleicht sammelt Jasmine van den Bogaerde alias Birdy die gleichen Erfahrungen in ihrer derzeitigen Teenagerphase.
So recht glauben kann man das bei wiederholtem Durchhören ihres Debutalbums „Birdy“ allerdings nicht. Dafür ist die emotionale Darstellung der Coversongs zu vielschichtig und ihr musikalischer Geschmack, der sich in der feinen Auswahl an Musikstücken wiederspiegelt, zu ausgeprägt.

Auch wenn die Songs – bis auf eine Ausnahme – keine eigenen Songs sind, ist es doch ihr ganz eigenes Album mit einer bewundernswerten Leistung. Ihre Stimme wirkt mal zerbrechlich und mal kraftvoll. Diese Ambivalenzen macht sie sich zu Nutze um ihre volle Bandbreite anzubieten und ich bin geneigt sie immer und immer wieder mit allen mir zur Verfügung stehenden Händen zu greifen. Sie schafft mit ihrer Stimme eine ungeheure Nähe zwischen sich, dem Song und dem Hörer.
Egal, ob das Original aus dem Alternative-, Rock- oder Elektrobereich kommt, alt oder eher jung ist, ob von einem Mann oder einer Frau gesungen: Birdy erschafft aus ihnen neue kreative Kunstwerke.

Allein das im Original von Mew stammende fast 8-minütige Werk “Comforting Sounds” ist ein Song, den man so oft als möglich hören kann, muss, soll…
Birdys Version gibt dem Song einen besondere Tiefe, da das dominante Gitarrenspiel des Originals entfällt und damit den orchestralen Instrumenten mehr Spielraum gibt. Dadurch ist der Song weniger aufgewühlt und berührt. Ich weiß, das ist Geschmackssache. Mir gefällt’s.

Des DanyWebs neue Kleider

Am I Responsive?

Niemand erfindet das Rad ständig neu. Vielmehr baut man Versuche in diese Richtung auf bewährten Erfahrungen auf. Eben dies, meine Freunde der gepflegten Unterhaltung, werde ich an dieser Stelle mit meinem Internetdings auch machen. Auf Bewährtem aufbauen, Neues hinzufügen, mich mehr der neuen Welt und ihrem medialem Schaffen zuwenden. Mehr Leidenschaft, mehr Zeit. Den Fokus wieder mehr auf das Wesentliche lenken und meine Zeit nicht mit Dingen verschwenden, die am Ende keinen Mehrwert bringen.

Die letzten zwei Jahre waren privat und persönlich eher … schwierig. Aber wir Menschen wachsen an unseren Erfahrungen und wie sagt man so plakativ: Was uns nicht umbringt, macht uns stark. Zwar bringt das in beschissenen Situationen eher weniger, aber in solch Rückblicken, kann man die Dinge schon mal lapidar verharmlosen.

Weil ich von Geburt an eher fauler Natur bin, habe ich lange nach einem Theme gesucht, dass mich in meiner grenzenlosen Behäbigkeit unterstützt und es mir auch mal ermöglicht ohne großen Pipapo ein Liedchen oder ein Video zu posten und dabei nicht gleich auszusehen, als hätte ich mir keinerlei Mühe damit gegeben.
Ein optischer Leckerbissen ist die last.fm Seite. Hier werden meine zuletzt gehörten Songs attraktiv ins rechte Licht gerückt. Da sähe selbst Heinos neuestes Albumcover sexy aus.

Ansonsten habe ich mit meinen laienhaften Künsten ein neues Logo konzipiert. Und nein (!!) es ist keine Skyline!

Das DanyWeb hat auch in Zukunft kein offensichtliches Konzept, auch wenn die Inhalte weiterhin eher musik-lastig sein werden. Trotzdem lasse ich alles auf mich zukommen und ihr hoffentlich auch. In diesem Sinne: auf ein munteres Zusammensein!